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Software-Abhängigkeit: Wie Firmen in die Anbieter-Falle geraten
Es beginnt harmlos: Ein Programm für 29 Franken pro Nutzer und Monat, in einer Stunde eingerichtet. Fünf Jahre später zahlen Sie das Vierfache, alle Abläufe hängen daran, und wechseln können Sie nicht mehr. Der Fachbegriff dafür lautet „Vendor-Lock-in": die Abhängigkeit vom Anbieter. So funktioniert die Falle, und so kommen Sie heraus.
Wie die Falle zuschnappt, in vier Akten
Akt 1: Der günstige Einstieg. Miet-Software ist bewusst einfach zu starten: kleiner Monatsbetrag, keine Anfangsinvestition. Die Hürde hinein ist niedrig, die Hürde hinaus interessiert an Tag eins niemanden.
Akt 2: Das Einwachsen. Ihre Daten, Ihre Abläufe, das Wissen Ihrer Mitarbeitenden, alles richtet sich nach dem Programm aus. Je länger, desto tiefer. Das ist noch kein Problem; es ist der normale Lauf.
Akt 3: Die Schraube. Jetzt dreht der Anbieter: Preiserhöhungen, Funktionen wandern in teurere Tarife, das günstige Paket wird „eingestellt". Sie ärgern sich, und zahlen. Denn:
Akt 4: Die Rechnung des Wechsels. Daten exportieren (oft nur halb möglich), neues System suchen, alle Mitarbeitenden umschulen, Übergangschaos. Der Wechsel kostet mehr als das Bleiben, genau darauf baut das Geschäftsmodell. Sie sind nicht mehr Kunde, Sie sind Bestand.
Was das wirklich kostet
Rechnen Sie Ihre Abos hoch: 20 Mitarbeitende × 40 Franken × 12 Monate = 9’600 Franken pro Jahr, für ein einziges Programm, dauerhaft, mit steigender Tendenz. Über zehn Jahre ist das ein sechsstelliger Betrag, für den Ihnen am Ende nichts gehört. Zum Vergleich: Was einmalige Massarbeit kostet, steht im Artikel Was kostet Individualsoftware?.
Die drei Auswege
1. Eigentum statt Miete. Software, die Ihnen gehört, mit Code, Daten und Doku, kann Ihnen niemand verteuern oder abschalten. Der Beweis, dass Eigentum echter Wert ist: Unsere eigene Auktionsplattform liess sich verkaufen, eben weil uns der Code gehörte.
2. Frei verfügbare Software als Basis. Der oft übersehene Mittelweg: bewährte Open-Source-Programme, angepasst auf Ihre Abläufe. Kein Lizenz-Abo, kein Anbieter mit Schraube, so haben wir es bei der Mitgliederverwaltung Cliantra gemacht.
3. Wenn Miete, dann mit Fluchtplan. Manchmal ist Miet-Software die richtige Wahl (siehe Standard oder Individual?). Dann aber mit offenen Augen: Prüfen Sie vor Vertragsschluss den Daten-Export, meiden Sie Jahresverträge, und halten Sie Ihre Daten exportiert griffbereit.
Der ehrliche Schluss
Nicht jedes Abo ist eine Falle, aber jedes Abo ohne Fluchtplan ist eine. Wenn Sie wissen wollen, ob sich der Weg ins Eigentum bei Ihnen rechnet: Der Preisrechner klärt es in zwei Minuten, die ehrliche Einschätzung gibt es dazu.
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